MarketTracerStory des Tages
31.10.2026
Die erste Heizsaison-Dunkelflaute trifft auf teures Gas

Vier Tage, ein Sprung von 13 auf über 300 €/MWh — die Dunkelflaute testet den Winter

Zwischen Sonntag, 26., und Donnerstag, 29. Oktober 2026 hat die erste große Dunkelflaute der Heizsaison den deutschen Day-Ahead-Großhandelspreis vom Tiefpunkt bei rund 13 €/MWh auf über 300 €/MWh getrieben. Am 29. Oktober deckten Wind und Solar nur 3,7 % des Strombedarfs; die Lücke füllten Gas- und Braunkohlekraftwerke. Verschärfend wirkt der TTF-Gaspreis, der mit rund 97,64 €/MWh auf dem höchsten Stand seit Ende 2022 liegt.
3,7 %
Anteil Wind+Solar am Strombedarf, 29.10.2026
Preisspitzen von 300 Euro/MWh kommen vor, sind eingeplant und kein Drama. (Bundesnetzagentur, Insight-Blog)
Angebot
Erneuerbare fallen aus
Am 29.10. lieferten Wind und Solar nur 3,7 % des Bedarfs — der Rest kam aus Gas und Braunkohle.
Residuallast-Spitze
Brennstoff
Gas so teuer wie seit 2022 nicht
Der TTF-Frontmonat kletterte auf rund 97,64 €/MWh — das hebt die Grenzkosten der preissetzenden Gaskraftwerke.
TTF, Amsterdam
Resultat
Faktor 20 in vier Tagen
Der Day-Ahead-Preis sprang von ~13 auf über 300 €/MWh — meridiangeprägt durch die Abendspitzen ohne Solar.
EPEX Spot / Bloomberg
Erzeuger
Fonds ohne Festpreis im Stresstest
Wind- und Solarfonds in der Direktvermarktung ohne PPA/Festpreis tragen das volle Mengen- und Erlösrisiko der Flaute.
Direktvermarktung
Abnehmer
Dynamische Tarife schlagen durch
Industrie und Haushalte mit dynamischen Tarifen spüren die Spitze sofort; Festpreisverträge verschieben sie zeitversetzt.
Vertriebsrisiko
▼ Risiko
Längere Flauten bei hohem Gaspreis verteuern Beschaffung und Ausgleichsenergie; offene Short-Positionen und ungesicherte Direktvermarktung werden teuer.
▲ Chance
Flexible Speicher, Lastverschiebung und Gaskraftwerke verdienen in den Spitzen — Flexibilität wird zum bepreisten Gut.
Was zu tun istBeschaffungs- und Risikoverantwortliche sollten jetzt offene Positionen für die kommenden Flauten-Wochen prüfen, Hedging und Ausgleichsenergie-Exposure durchrechnen und die Flexibilitätsvermarktung aktiv nutzen.
13 → >300
€/MWh Day-Ahead, 26.–29.10.2026
3,7 %
Wind+Solar-Anteil 29.10.
97,64 €
TTF-Gas /MWh, höchster seit 2022
65–95 €
BNetzA-Erwartung Ø-Preis 2026–2029 /MWh
Quellen