MarketTracerStory des Tages
30.10.2026
Die erste Dunkelflaute der Heizsaison — und der Markt zeigt die Lücke

Strom springt in vier Tagen von 13 auf 315 €/MWh — Spitze bei 574 €

Die erste längere Dunkelflaute der Heizsaison hat den deutschen Day-Ahead-Preis am Donnerstag, 29.10.2026, auf ein Tagesmittel von rund 315 €/MWh getrieben — nach nur ~13 €/MWh am Sonntag zuvor. In der Spitzenviertelstunde 17:15–17:30 Uhr kletterte der Preis auf rund 574 €/MWh. Windstille, Bewölkung und Kälte drosseln Wind und Solar gleichzeitig — teure Gaskraftwerke setzen den Preis, während der neue Kapazitätsmarkt erst anläuft.
315 €/MWh
Day-Ahead-Tagesmittel 29.10.2026 (So zuvor: ~13 €)
„Man hat den Ausbau von Wind- und Solarenergie nicht flankiert mit mehr Flexibilität im Stromnetz. Es besteht eine Kapazitätslücke.“ — Energieexperte Schroeder ggü. tagesschau.de
Preisspitze
Faktor 24 in vier Tagen
Tagesmittel von ~13 €/MWh (So) auf ~315 €/MWh (Do), Stunde 17–18 Uhr bei rund 560 €, Viertelstunde 17:15–17:30 bei ~574 €/MWh.
EPEX Day-Ahead, 29.10.2026
Ursache
Wind und Solar gleichzeitig am Boden
Kühles, bewölktes, nahezu windstilles Wetter drückt beide Erzeugungsarten — teure Gas- und Reservekraftwerke bestimmen den Grenzpreis.
Auslöser laut Bloomberg / Berliner Zeitung
Einordnung
BNetzA: eingeplant, kein Drama
Der Markt erwartet 2026–2029 Jahresmittel von 65–95 €/MWh; Spitzen bis 300 €/MWh seien vorgesehen — der aktuelle Ausschlag liegt darüber.
BNetzA Insight-Blog
Haushalte
Dynamische Tarife spüren es sofort
Kunden mit Spot-Tarifen trifft die Spitze direkt; bei strukturierter Terminmarkt-Beschaffung mitteln sich Ausschläge aus, so BDEW-Chefin Andreae.
BDEW
Systemlücke
Kapazitätsmarkt läuft erst an
Das StromVKG eröffnet 2026/2027/2029 Ausschreibungen über zunächst ~12 GW neuer Kraftwerke, Speicher und Flexibilität — Wirkung erst mittelfristig.
StromVKG, BNetzA-Ausschreibungen
Was zu tun istPrüfen Sie Spot-Exposure und Hedging für die Wintermonate; die Episode zeigt die Flexibilitäts-/Kapazitätslücke, die der Kapazitätsmarkt erst ab Ende des Jahrzehnts schließen soll — bis dahin bleiben solche Spitzen Teil der Kalkulation.
~574 €/MWh
Spitze Viertelstunde 17:15–17:30
~13 €/MWh
Tagesmittel Sonntag zuvor
65–95 €/MWh
erwartetes Jahresmittel 2026–29
~12 GW
neue Kapazität via StromVKG (ab 2026)
Quellen