MarketTracerStory des Tages
21.09.2026
Der Netzkosten-Umbau, der jetzt in Beton gegossen wird
AgNes-Konsultation beendet — BNetzA steuert auf die Festlegung zum Jahresende zu
Am 18. September 2026 endete die finale Konsultation zum AgNes-Festlegungsentwurf, mit dem die Bundesnetzagentur die gesamte Netzentgeltsystematik Strom neu ordnet. Erstmals sollen auch Einspeiser und Speicher an den Netzkosten beteiligt werden — geplantes Inkrafttreten 1.1.2029. Die Behörde will die Festlegung noch bis Jahresende erlassen und den Marktakteuren rund zwei Jahre Umsetzungszeit geben.
4-7 €/kW/Jahr
Geplantes Einspeiseentgelt zu Beginn
Ein Entgelt in dieser Höhe wirkt sich kaum auf den Marktpreis aus, kann aber über die Jahre bis zu 2 Mrd. Euro pro Jahr zu den Netzkosten beitragen. — BNetzA
Was sich strukturell ändert
Neue Zahler
Einspeiseentgelt für Erzeuger
Erzeugungsanlagen zahlen ab 2029 erstmals einen jährlichen Kapazitätspreis von zunächst 4-7 €/kW/Jahr; Bestandsanlagen bleiben 20 Jahre ab Inbetriebnahme ausgenommen.
Speicher
Kapazitätspreis statt Arbeitspreis
Batterie- und Pumpspeicher sollen einen moderaten Kapazitätspreis zahlen, aber keine Arbeitspreise; der Vertrauensschutz nach § 118 EnWG für Bestand bleibt erhalten.
Prosumer
Höherer Grundpreis, kein Einspeiseentgelt
Prosumer und Steckersolar bleiben vom Einspeiseentgelt verschont, sollen aber über einen deutlich höheren Grundpreis stärker belastet werden.
Zeitplan & Konfliktlinien
Verfahren
Festlegung bis Jahresende
Nach Konsultationsende am 18.9. will die BNetzA die Rahmenfestlegung bis Ende 2026 erlassen — mit rund zwei Jahren Vorlauf bis zum Start 1.1.2029.
Gestaffelt
Dynamische Entgelte später
Dynamische Netzentgelte kommen für Speicher frühestens ab 2030, für Einspeiser (außer Offshore) erst ab 2032, spätestens 2035.
Widerstand
BDEW mahnt Praxistauglichkeit an
Der BDEW begrüßt den Bestandsschutz, kritisiert aber den pauschalen Prosumer-Zuschlag und den Kurs zu volldynamischen Entgelten als zu komplex.
Was zu tun istErzeuger, Speicherbetreiber und Direktvermarkter sollten Investitions- und Vertragskalkulationen jetzt gegen die neuen Kapazitätspreise und Staffeltermine stressen — die Festlegung zum Jahresende schafft für zwei Jahre kalkulierbare, aber teure Fakten.
18.09.2026
Ende der Konsultationsfrist
01.01.2029
Geplanter Systemstart
bis 2 Mrd. €/a
Beitrag Einspeiseentgelt zu Netzkosten
4-7 €/kW/a
Einspeiseentgelt zu Beginn