MarketTracerStory des Tages
20.09.2026
Der Kapazitätsmarkt ist da — und das erste Signal ist eindeutig
Deutschlands neuer Kapazitätsmarkt startet mit 4.500 MW — erste Auktion deutlich überzeichnet
Die Bundesnetzagentur hat zum ersten Gebotstermin am 8. September 2026 nach dem StromVKG 4.500 Megawatt reduzierte Leistung für Langzeitkapazitäten ausgeschrieben — der Einstieg in den deutschen Kapazitätsmarkt. Das Verfahren war nach BNetzA-Angaben deutlich überzeichnet, ein erstes Marktsignal für den Neubau steuerbarer Leistung. Die Zuschläge stehen jedoch noch aus: Sie dürfen erst nach der beihilferechtlichen Freigabe der EU-Kommission erteilt werden — spätestens bis 3. November 2026.
4.500 MW
reduzierte Leistung, 1. Gebotstermin
Zum ersten Gebotstermin am 8. September 2026 waren nach Angaben der Bundesnetzagentur insgesamt 4.500 Megawatt reduzierte Leistung ausgeschrieben — die Ausschreibung war deutlich überzeichnet.
Die Mechanik
Produkt
Langzeitkapazitäten, 15 Jahre
Ausgeschrieben wird „reduzierte Leistung" — nominale Gebotsleistung multipliziert mit technologiespezifischem Reduktionsfaktor (Anlage 4 StromVKG); Verpflichtungszeitraum 15 Jahre.
Zeitplan
Zwei Termine 2026
Erster Gebotstermin 8. September, zweiter am 29. Dezember 2026 — jeweils 4,5 GW reduzierte Leistung.
Vorbehalt
Zuschläge erst nach EU-Freigabe
Das Ausschreibungsverfahren lief planmäßig, doch das Zuschlagsverfahren darf die BNetzA erst nach beihilferechtlicher Genehmigung durchführen — Bekanntgabe spätestens 3. November 2026.
Der Rahmen
Ziel
12 GW steuerbare Leistung
Die Kraftwerksstrategie sieht insgesamt 12 GW neue, steuerbare Kapazität vor — überwiegend H2-ready-Gaskraftwerke zur Absicherung der Dunkelflaute.
Kosten
Umlage trifft Verbraucher
Die Finanzierung der Versorgungssicherheitsmaßnahmen erfolgt über eine Umlage — die Kosten der neuen Backup-Kapazitäten landen bei den Netznutzern.
Was zu tun istWer Neubau- oder Modernisierungsprojekte plant, sollte die Reduktionsfaktoren und den zweiten Gebotstermin am 29.12.2026 jetzt kalkulieren; die noch ausstehende EU-Freigabe bleibt das zentrale Zuschlags-Risiko.
8.9.2026
1. Gebotstermin
29.12.2026
2. Gebotstermin
3.11.2026
Zuschläge spätestens
12 GW
Ziel steuerbare Leistung
Quellen
- Bundesnetzagentur — Bekanntmachung 1. Gebotstermin (8. September 2026) — StromVKG-Ausschreibung, Zuschlag nach EU-Beihilfefreigabe
- StromVKG — Gesetze im Internet — § 23, Gebotstermine 8.9. und 29.12.2026
- IWR — Erste Ausschreibung deutlich überzeichnet — Meldung nach 1. Gebotstermin, 4.500 MW
- BDEW — StromVKG beschlossen — Zwei Auktionen à 4,5 GW, Termine 8.9. und 29.12.2026