MarketTracerStory des Tages
25.07.2026
Der Kapazitätsmarkt startet — bevor Brüssel Ja gesagt hat

Deutschland versteigert erstmals steuerbare Leistung — 4,5 GW bis 8. September trotz fehlender EU-Freigabe

Die Bundesnetzagentur hat am 21. Juli die erste Ausschreibung nach dem StromVKG eröffnet: 4,5 GW Langzeitkapazität mit Lieferbeginn 2031 und 15-jähriger Bereitstellungspflicht. Gebote laufen bis 8. September, eine zweite Runde (4,5 GW) folgt zum 29. Dezember. Pikant: Die beihilferechtliche Genehmigung der EU-Kommission steht noch aus — der Markt bietet unter Rechtsvorbehalt.
8. Sept. 2026
Gebotsfrist erste Runde
Gebote müssen bis zum 8. September 2026, 24:00 Uhr, elektronisch über die Plattform der BNetzA eingereicht werden.
Prinzip
Bezahlt fürs Bereitstehen
Kraftwerke erhalten eine Prämie für gesicherte Leistung, nicht für gelieferten Strom — wer am wenigsten verlangt, gewinnt.
StromVKG
Volumen
9 GW in zwei Runden
Je 4,5 GW zum 8.9. und 29.12.2026, mit 15-jähriger Verpflichtung; das Gesetz zielt auf insgesamt bis zu 11 GW.
2026
Zieljahr
Liefern ab 2031
Bezuschlagte Anlagen — faktisch H2-ready-Gaskraftwerke — müssen ab dem Lieferjahr 2031 steuerbar einspeisen können.
Lieferbeginn
Rechtsrisiko
Auktion unter Vorbehalt
BNetzA startet, obwohl weder Gesetzgebungsverfahren abgeschlossen noch EU-Beihilfe erteilt ist — Zuschläge stehen unter Genehmigungsvorbehalt.
EU-Kommission
Verlierer
Batterien faktisch draußen
Das 10-Stunden-Entladekriterium für Langzeitkapazitäten schließt Speicher praktisch aus — BDEW und BEE kritisieren die Schlagseite zugunsten Gaskraftwerken.
10-h-Regel
Was zu tun istKraftwerksentwickler und Investoren müssen bis 8. September Gebote unter EU-Vorbehalt abgeben; Speicherbetreiber sollten die 10-Stunden-Regel als De-facto-Ausschlusskriterium in ihre Auktionsstrategie einpreisen.
4,5 GW
Volumen erste Runde
9 GW
beide Runden 2026
15 Jahre
Bereitstellungspflicht
2031
Lieferbeginn
Quellen