MarketTracerStory des Tages
20.06.2026
Die Kraftwerksstrategie wird scharf — und der Bundesrat zieht an der Handbremse
Erste Gaskraftwerks-Ausschreibung startet am 8. September 2026 — 9 GW Langzeitkapazität gegen die Versorgungslücke 2031
Das StromVKG (BT-Drucksache 21/6279) ist in der heißen Parlamentsphase: Am 17. Juni hörte der Wirtschaftsausschuss die Sachverständigen, der Bundesrat verlangt in seiner Unterrichtung (21/6563) Nachbesserungen bei Südbonus, Wasserstoff-Umstieg und Kosten. Schon im September und Dezember 2026 schreibt die BNetzA in zwei Runden je 4,5 GW Langzeitkapazität (15-Jahres-Verträge ab 11/2031) aus — Höchstwert 173.000 €/MW. Damit setzt die Koalition die mit Brüssel abgestimmte Kraftwerksstrategie um, die ab 2031 ausreichend steuerbare Leistung sichern soll.
2 × 4,5 GW
Langzeitkapazität, Gebotstermine Sept. + Dez. 2026
Noch 2026 sollen in zwei Runden im September und im Dezember neue Langzeitkapazitäten mit jeweils 4,5 Gigawatt, also insgesamt neun Gigawatt, ausgeschrieben werden. — Deutscher Bundestag, hib-Meldung
Die Mechanik der Ausschreibung
Volumen & Termine
Zweimal 4,5 GW noch 2026
Gebotstermine 8. September und Dezember 2026, Verpflichtungszeitraum 15 Jahre ab 1.11.2031; nicht ausgeschöpfte Mengen wandern in die zweite Runde.
Preisdeckel
173.000 € je MW reduzierter Leistung
Der Höchstwert je MW gilt für Langzeit- und Erzeugungskapazitäten — Gaskraftwerke (GuD, offene Turbine) dürften sich technologieneutral durchsetzen.
H2-Pflicht
Umstellung auf Wasserstoff bis 2035
Geförderte Neubauten müssen H2-ready sein und im Versorgungsgebiet bis 2035 auf Wasserstoff umstellbar — Wissenschaft warnt: teuer und technisch aufwendig.
Der politische Gegenwind
Länderkammer
Bundesrat fordert Nachbesserung
Die Unterrichtung 21/6563 verlangt Schärfungen bei Südbonus und Gas-zu-Wasserstoff-Umstieg; Ausschüsse monieren die Kostenverteilung.
Anhörung 17.6.
Sachverständige: unklare Kosten, Marktmacht
Im Wirtschaftsausschuss dominierten Kritik an Gas-Bevorzugung, ungeklärten Gesamtkosten und der Gefahr zu großer Marktmacht einzelner Bieter.
Was zu tun istWer Gaskraftwerks-Projekte plant oder Bietkonsortien aufstellt, muss jetzt Gebotsstrategie, H2-Transformationsplan und Standortwahl (Süd-Komponente) auf den September-Termin ausrichten — parallel die Bundesrats-Änderungen im weiteren Verfahren beobachten, da Konditionen noch wackeln.
9 GW
Langzeitkapazität in beiden Runden 2026
173.000 €
Höchstwert je MW reduzierter Leistung
15 Jahre
Verpflichtungszeitraum ab 11/2031
2038
abzusichernder Kohleausstieg
Quellen
- Deutscher Bundestag — hib-Meldung — Gesetz zum Neubau für Gaskraftwerke vorgelegt; 2×4,5 GW = 9 GW
- BT-Drucksache 21/6563 (Bundesrat-Unterrichtung) — Stellungnahme der Länderkammer zu 21/6279
- BT — Anhörung Wirtschaftsausschuss 17.6.2026 — Öffentliche Anhörung zum StromVKG (21/6279)
- BMWE — Gesetzentwurf StromVKG — Länder- und Verbändeanhörung ab 27.04.2026
- CMS / Lexology — StromVKG im Überblick — Gebotstermine, Volumina, Höchstwert 173.000 €/MW